Austausch zu Datenschutz und KI-Governance: Deutsch-indonesische Arbeitsgruppen kommen zu ersten Treffen zusammen

Indonesien

Angesichts der zunehmenden Beschleunigung der digitalen Transformation ist es wichtig, dass die digitale Zusammenarbeit auch praktische Fragen zur Regulierung einbezieht, etwa wie regulatorische Praktiken sowohl Schutz gewährleisten als auch Innovation ermöglichen können. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung hat der Deutsch-Indonesische Digitaldialog nun mit den ersten Sitzungen seiner Arbeitsgruppen zu Datenschutz und KI-Governance gemacht.

Im Rahmen des Deutsch-Indonesischen Digitaldialogs haben zwei Arbeitsgruppen mit Vertreterinnen und Vertretern beider Länder am 26. August 2026 ihre ersten Sitzungen abgehalten. Die Arbeitsgruppen wurden im Mai 2026 gegründet und befassen sich mit Datenschutz und KI-Governance. Mit den ersten Sitzungen haben sie nun ihre Arbeit aufgenommen.

Die Arbeitsgruppen bringen Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und internationalen Organisationen zusammen. Sie bieten eine Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, praktische Herausforderungen zu ermitteln und Bereiche auszuloten, in denen Indonesien und Deutschland voneinander lernen können.

Von Datenschutzgrundsätzen zur praktischen Umsetzung

Da digitale Dienste und datengetriebene Geschäftsmodelle zunehmend grenzüberschreitend funktionieren, ist wirksamer Datenschutz untrennbar mit der Fähigkeit von Organisationen verbunden, Daten verantwortungsvoll zu teilen und zu nutzen.

Die Teilnehmenden hoben mehrere praktische Fragen hervor, darunter die Umsetzung datenschutzrechtlicher Anforderungen, grenzüberschreitende Datenflüsse, Angemessenheitsmechanismen sowie die jeweiligen Rollen der Datenschutzbehörden und der Datenschutzbeauftragten. Erfahrungen aus Deutschland und der Europäischen Union (EU) lieferten nützliche Anhaltspunkte dafür, wie diese Mechanismen in der Praxis funktionieren. Zugleich wurde in der Diskussion deutlich, dass sich Ansätze nicht einfach von einem Kontext auf einen anderen übertragen lassen, da die regulatorischen und institutionellen Rahmenbedingungen Indonesiens eigene Chancen und Herausforderungen mit sich bringen.

Verantwortungsvolle KI ermöglichen

Die Arbeitsgruppe zu KI-Governance befasste sich mit einer ähnlich praktischen Frage, nämlich wie KI-Governance verantwortungsvolle Innovation unterstützen kann, ohne unverhältnismäßige Hürden für Entwicklung und Einsatz zu schaffen. Die Teilnehmenden tauschten sich darüber aus, welche Ansätze sich in der Praxis bewähren könnten. Diese Diskussion ist von Bedeutung, da Indonesien weiterhin an der Entwicklung eines eigenen Rahmens für verantwortungsvolle und menschenzentrierte KI arbeitet.

Ein wiederkehrendes Thema war das Verhältnis zwischen KI und Daten. Daten sind eine grundlegende Ressource für die Entwicklung, das Training und den Betrieb vieler KI-Systeme, sodass ein verantwortungsvoller und rechtmäßiger Datenzugang eng mit KI-Governance und Innovation verknüpft ist. Daher sollten Datenzugang und Datenschutz gemeinsam betrachtet werden. Ein klarer und praxistauglicher Regulierungsrahmen, der beides abdeckt, kann Menschen schützen und dabei auch Unternehmen mehr Planungssicherheit bei der Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen geben.

Vom Dialog zum Handeln

Die Diskussionen der Arbeitsgruppen sind nur der Anfang. In der nächsten Phase des Deutsch-Indonesischen Digitaldialogs sollen diese Gespräche in konkrete Aktivitäten und praktische Ergebnisse überführt werden.

Die Arbeitsgruppen werden einen Aktionsplan erarbeiten, der aufzeigt, in welchen Bereichen eine weitere Zusammenarbeit einen Mehrwert schaffen kann. Mögliche Aktivitäten sind der Wissensaustausch, praktische Leitfäden, der Austausch von Fallstudien und Erfahrungen sowie ein fortgesetzter Dialog zwischen den relevanten Akteuren. Ziel ist es, dass die Beteiligten gemeinsame Herausforderungen nicht nur besprechen, sondern gemeinsam ausloten, wie sich diese in der Praxis bewältigen lassen.

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