Deutsch-Indischer Digitaldialog: Von gemeinsamen Zielen zu konkreter Zusammenarbeit auf Nagarros Flo-Konferenz

Indien

Wie lässt sich ein politischer Rahmen für die digitale Zusammenarbeit in konkrete Zusammenarbeit zwischen indischen und deutschen Unternehmen umsetzen? Vertreter der Deutschen Botschaft in Indien, des deutschen Mittelstands, der GIZ, der indischen Industrie und von Nagarro diskutierten diese Frage in einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Looking Forward, Together: The Next Steps and Shared Vision for India-Germany Digital Cooperation“. Diese fand am 9. Oktober 2026 auf der Flo-Konferenz von Nagarro in Gurugram, Indien, statt.

Als Unternehmen mit sowohl deutschen als auch indischen Wurzeln war Nagarro ein passender Gastgeber für die Diskussion. Es zeigt, wie die Brücke zwischen den beiden Volkswirtschaften in der Praxis aussehen kann.

Die Diskussion wurde mit einer Videobotschaft vom Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Jarzombek (Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, BMDS) eröffnet, der betonte, dass die indisch-deutschen Beziehungen auf einem starken Fundament beruhen. Die beiden Länder haben bereits einen stabilen Rahmen für die gemeinsame Zusammenarbeit geschaffen, darunter den 2017 ins Leben gerufenen Deutsch-Indischen Digitaldialog und den indisch-deutschen KI-Pakt. Nun gilt es, diesen Rahmen weiter mit Leben zu füllen.

Dialog, der zum Handeln bewegt

Der Deutsch-Indische Digitaldialog bringt Regierungen, Wirtschaftsverbände und Unternehmen zusammen und ermöglicht Kooperation – wie beispielsweise in der Arbeitsgruppe „AI for Mittelstand“, die die indisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich der industriellen KI fördert.

Vor kurzem organisierte die Arbeitsgruppe eine Roadshow durch Deutschland. 25 indische KI-Firmen trafen sich mit deutschen Unternehmen, woraus konkrete Ideen für Kooperationen und Pilotprojekte hervorgingen. Der Bedarf ist auf beiden Seiten real: Deutsche KMU suchen nach praktischen, skalierbaren KI-Lösungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und indische KI-Unternehmen suchen nach Kunden und Partnern in Deutschland.

Staatssekretär Thomas Jarzombek eröffnete die Veranstaltung mit einer Videobotschaft. © International Digital Dialogues-GIZ

Vertrauen ist von zentraler Bedeutung für Wirtschaftspartnerschaften

Bei der Podiumsdiskussion betonten die Industrievertreter wie wichtig der Aufbau von Vertrauen ist.

Reinhold von Ungern-Sternberg vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW), erklärte, dass viele deutsche KMU digitale Lösungen für ihre Kunden in Betracht ziehen, jedoch eine Vertrauensbasis benötigen, um neue Partnerschaften und Märkte in Betracht zu ziehen. Das persönliche Zusammenbringen von Unternehmen ist ein entscheidender Weg, um hierbei Fortschritte zu erzielen. Dies wurde von Manas Human, Mitbegründer und CEO von Nagarro, bestätigt. Auch das Wissen über Rechtssysteme sei wichtig, da die Integration in neue Märkte Vertrauen in die lokale Regulierung erfordert. Ein praktisches Beispiel lieferte Deepak Tripathi von SimCorp India, denen es dank ihrer Offenheit gegenüber dem neuen Markt gelang, in Indien erfolgreich zu sein.

Die nächste Phase: Vertiefung der Partnerschaften

Die Podiumsdiskussion endete mit einer gemeinsamen Botschaft: In der nächsten Phase geht es darum, bestehende Kooperationsrahmen miteinander zu verknüpfen, vielversprechende Unternehmenspartnerschaften weiterzuverfolgen und sicherzustellen, dass politische Vereinbarungen Chancen für die Wirtschaft schaffen. Für den Deutsch-Indischen Digitaldialog ist das Ziel klar: Es soll für ein indisches Technologieunternehmen einfacher werden, die richtigen deutschen Partner zu finden, und für ein deutsches KMU, die richtige indische Technologielösung zu nutzen.

Nagarro und andere Unternehmen sind eingeladen, sich in der Arbeitsgruppe „KI für den Mittelstand“ zu engagieren und deren nächste Phase mitzugestalten – insbesondere durch das Einbringen konkreter Herausforderungen und Anwendungsfälle.

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