Von Daten zu Wachstum: Kenias Outsourcing-Boom vorantreiben
Kenia
Zu Beginn stellte die neu gegründete Outsourcing Alliance of Kenya (OAK) ihre Pläne zur Förderung des Outsourcing-Booms in Kenia vor. OAK fungiert als zentrale Plattform für Kenias Global-Business-Services-Sektor, einschließlich Business Process Outsourcing (BPO) und IT-gestützter Dienstleistungen (ITES). Die Organisation bündelt Branchendaten, politische Interessenvertretung und Fachkräfte, um Unternehmen beim Markteintritt sowie bei operativen Prozessen gezielt zu unterstützen.
Neue Chancen im Business Process Outsourcing schaffen
Jonathan Beardsley von Genesis Analytics, einem Mitglied von OAK, erklärte, dass die Gründung der Allianz auch auf wahrgenommene Defizite in der regulatorischen Planung zurückzuführen sei. Die Unternehmen fordern von der kenianischen Regierung einen klaren Aktionsplan zur Skalierung der BPO-/ITES-Branche. Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.
Derzeit sind in afrikanischen Ländern über eine Million Menschen im Bereich Business Services tätig, vor allem in Marokko, Ägypten, Tunesien und Südafrika. Der kenianische Markt ist hingegen noch weniger gesättigt und bietet daher große Chancen für Unternehmen, die Outsourcing in Betracht ziehen.
Eine Mitgliedschaft bei OAK ist für Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten möglich. Die Allianz setzt sich insbesondere für bessere politische Rahmenbedingungen ein – etwa für attraktivere Steuervergünstigungen, beschleunigte Arbeitsgenehmigungen für qualifizierte Unternehmen sowie Investitionen in Infrastruktur und Versorgung, die eine stabile Grundlage für technologieintensive Arbeit schaffen.
Vertrauenswürdige Datenflüsse als Motor für wirtschaftliches Wachstum
In einer zweiten Präsentation stellte John Walubengo, stellvertretender Datenschutzbeauftragter für Compliance beim kenianischen Office of the Data Protection Commissioner (ODPC), einen Bericht zu vertrauenswürdigen grenzüberschreitenden Datenflüssen vor.
Obwohl bislang keine Angemessenheitsentscheidung mit der EU getroffen wurde, verfügt Kenia laut Walubengo bereits über einen ausgereiften Rechtsrahmen, der mit den Anforderungen der DSGVO vergleichbar ist. Durch den Ausbau vertrauenswürdiger Datenflüsse könnte Kenia jährlich zwischen 23.000 und 412.000 neue Arbeitsplätze schaffen – unter anderem in den Bereichen Tourismus, BPO und digitale Dienstleistungen. Insgesamt könnten zusätzliche Einnahmen in Höhe von 1,1 bis 5,5 Milliarden US-Dollar generiert werden.
In der anschließenden Fragerunde zeigten sich die Unternehmen besonders an dem Zeitplan für eine mögliche Angemessenheitsentscheidung interessiert. Das ODPC erklärte, dass der Prozess zwischen Kenia und der EU bereits seit etwa eineinhalb Jahren läuft und innerhalb der nächsten sechs Monate mit einer Entscheidung gerechnet wird.
Die Lücke überbrücken
Bis dahin wird das Sekretariat des Kenianisch-Deutschen Digitaldialogs ein Webinar veranstalten, das sich mit praktischen Ansätzen zur Sicherstellung sicherer grenzüberschreitender Datenflüsse befasst, solange die Angemessenheitsentscheidung noch aussteht. Bei Interesse am Webinar oder an einer Mitarbeit in der Arbeitsgruppe können Sie sich unter digital-dialogues@giz.de melden.
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